Von München nach Rom: Eine Münchner Kunsthandwerkerschule lebt Europa

Seit 2002 führen die Münchner Kunsthandwerkerschulen unter der Projektkoordination von StD Clemens Sohmen und Dr. Sascha Priester kontinuierlich erfolgreiche Erasmus-Projekte durch. Diese richten sich mit ihren fach- und berufsbezogenen Lehr- und Lernzielen an Lehrpersonal, Ausbilder/-innen, Fachexperten in Kooperation mit der Schule sowie an Schüler/-innen.

In der aktuellen Projektphase 2018-2020 standen unter dem Titel “Von der Antike bis heute: Die Entwicklung, Wirkung und Restaurierung von Meisterwerken des Kunsthandwerks” das Studium, die Beurteilung und die Sanierung von ausgewählten Monumenten in Rom auf dem Programm. Damit wird das schulische Angebot von Lehr- und Lerninhalten interdisziplinär erweitert, vertieft und auf europäischer Ebene gelebt.

Mit den drei langjährigen italienischen Partnereinrichtungen des Cimitero Acattolico, des Istituto Italiano Arte Artigianato e Restauro sowie des Campo Santo Teutonico legte das Erasmus-Team konkrete Aufgabenstellungen im Vorfeld fest. Sowohl fachspezifische Lehr- und Lerninhalte der Berufsfachschule für Holzbildhauer/-innen als auch der Fach- und Meisterschule für Steinmetzen und Steinbildhauer/-innen wurden gemeinsam umgesetzt.
 

Ein besonders anschaulicher Schwerpunkt der Aktivitäten diente zum Erhalt von historischen Grabdenkmälern auf dem Cimitero Acattolico an der Cestius-Pyramide und auf dem Campo Santo Teutonico neben dem Petersdom – zwei weltberühmten Stätten der Kunst- und Kulturgeschichte. Dort wurden praktische Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt, auf die sich die Teilnehmer/-innen in München und Rom bereits vorbereitet hatten. Im Zentrum stand die Wiedersichtbarmachung von Ornamenten und Inschriften auf meisterhaft gearbeiteten Epitaphien und Grabstätten, die nicht mehr lesbar waren. Die geleistete Arbeit macht nun die Namen der Verstorbenen, ihre Geschichte und ihre Zeit wieder gegenwärtig – ganz im Sinne der „memoria“ dieser ehrwürdigen Orte, der Erinnerung der Lebenden an die Toten.
In der Betrachtung dieser Grabdenkmäler und ihres Kontextes spiegeln sich der kulturelle Stand, das Verhältnis zur Geschichte, die soziale Haltung sowie künstlerisches und kunsthandwerkliches Niveau verschiedener Stil-Epochen wieder. Diese Wurzeln zu kennen, zu erlernen und zu nutzen ist wesentlicher Bestandteil des Berufsbildungsauftrages zum Erhalt und zur Neukonzeption qualitativ hochwertiger Arbeiten aus dem Kunsthandwerkerbereich.

Als Vorbereitung zum Europa-Tag 2020 erstellten die auszubildenden Schüler/-innen im Unterricht Präsentationen und Plakate zu ihren Arbeiten und Erfahrungen aus dem Projekt. Im Austausch mit den teilnehmenden Lehrkräften entstand so eine ständige Dauerausstellung an der Schule, die aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation leider nicht zum Europa-Tag öffentlich vorgestellt werden kann. Dank der Plattform “Münchner-Europa-Mai 2020” werden diese Ergebnisse nun online präsentiert: Vier der neu von den Erasmus-Teams konzipierten Projekt-Plakate sowie einige exemplarisch ausgewählte Bilder der vergangenen Kampagne finden Sie auf den neu gestalteten Projekt-Webseiten der Schulen, z.B. unter folgendem Link
 

Meisterwerke des Kunsthandwerks – Fachschule für Steintechnik / Meisterschule für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk

 

Die Projektkoordinatoren stehen – unterstützt von der Schulleitung, dem Münchner Büro für Internationale Bildungskooperationen sowie dem Team der NABIBB in Bonn – auch und gerade in Zeiten von Corona in ständigem Austausch mit allen Teilnehmer/-innen in München und Rom. Alle beteiligten Partnereinrichtungen freuen sich auf die Fortsetzung des Projekts und darauf, miteinander zu arbeiten, gemeinsam zu gestalten und so den europäischen Gedanken zu leben.

 
Von München nach Rom: Eine Münchner Kunsthandwerkerschule lebt Europa

Datum

08 Mai 2020 - 31 Mai 2020

Uhrzeit

All Day

Veranstaltungsort

Internet/Website
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Veranstalter

Berufliches Schulzentrum Luisenstrasse