**** (Es wird dunkel)

Es wird dunkel. Ein Grollen rollt in die Nacht hinein
Steinigt meine Libellenträume
irgendwo zwischen der Front und den Bergen
Dann spielen wir Krieg im Hof
die Jungs kämpfen ernsthaft
Danach bin ich wach, es ist schon der zwanzigste Tag

Es bleibt dunkel. Wir nehmen die Trauer mit ins Bett
Ein untröstlicher Bauer ist noch unterwegs unter meinen Lidern
Gelähmt vor Schmerz, vor Angst heulte ich wie ein Kind
auf dem Rücken des Tieres …
Mein armer Freund, mein armer Boden, die
von so viel Tod und Krater wie verrückt wieherten
Wir fanden nie mehr zurück, nie mehr einen Gott zum Glauben

Schwer gehen die Augen auf. Ganz nah steigt erschreckender Rauch
Es sollte gerade heller werden. Die Vögel übten wieder die Frühlingslieder
Aber die ersten Vorboten – unmenschlich laut
zerrissen unsere Haut. Allein die Hoffnung flüstert noch

Über uns richten sich schwarze Geister auf
Wortlos sehen wir uns an, während die Kinder plötzlich ergrauen

Und immer so fort in die taube Zeit
mit den schlaflosen Gebeten

Und immer so fort in uns hinein das Grollen der Raketen

Tania Rupel Tera

Veröffentlicht in Autor*Innen Für Europa.